ACHTUNG DROGEN

Alkaloide schmecken meist bitter – es sind Abwehrstoffe, mit denen sich die Pflanze gegen das Gefressen werden schützt. Die Stoffe wirken stark auf das Nervensystem und den Organismus. Diese Wirkungen hat sich die Medizin zunutze gemacht – viele Alkaloide sind Bestandteil traditioneller und moderner Medikamente. Manche Alkaloide wurden Teil unseres Alltags, wie das Coffein im Kaffee oder das Chinin im Tonic Water. Einige Alkaloide erzeugen Rauschzustände, wie zum Beispiel Morphin oder Psilocybin. Alle Alkaloide enthalten Stickstoff.

COFFEIN

Der wirksame Wachmacher im Kaffee und im schwarzen Tee ist das Coffein, ebenfalls ein Alkaloid, eine Stickstoffverbindung. Kaffee war das Wahlgetränk der Aufklärer: „Das Kaffeehaus hat die Schenke entthront“ schrieb Jules Michelet, der französische Historiker und pries das „nüchterne Getränk, das die Wolken der Einbildungskraft vertreibt“. Alkohol zählt übrigens zu den ganz wenigen Rauschmitteln, die keinen Stickstoff enthalten!

SCHLAFMOHN

Morphin wird in der Medizin als Schmerzmittel bei schweren Krankheiten eingesetzt. Morphin und das daraus hergestellte Heroin werden aber auch illegal gehandelt: 0,1 Gramm Heroin kosten auf der Straße etwa 10 Euro. Das illegale Heroin ist damit teurer als Gold. Drogenabhängige nutzen Heroin und Morphin als Rauschmittel. Je nach Gewöhnung beläuft sich die nötige Dosis auf 0,5 bis 3 Gramm pro Tag.

CHININ

Dieses besonders bitter schmeckende Alkaloid wird aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen, der im Hochwald der Andenwächst. Die Indianer nutzten sowohl die leistungssteigernde wie auch die fiebersenkende Wirkung der Substanz und machten die Weißen damit vertraut. Chinin ist zudem ein wichtiges Medikament gegen die Malaria. In geringer Menge ist es auch in manchen Erfrischungsgetränken, wie Tonic Water oder Bitter Lemon enthalten. Manche mögen es bitter! Im UV-Licht fluoresziert der Stoff.