WIE DER STICKSTOFF IN DIE PFLANZEN KOMMT

Die Luft ist voller Stickstoff, aber er ist für das Leben vorerst wertlos. Das Leben braucht reaktiven Stickstoff! Der entsteht zum einendurch die hohe Energie der Blitze bei Gewittern. Einen eigenen Weg fanden vor 2,5 Milliarden Jahren winzige Einzeller. Diese Bakterien leben zum Teil im Boden, zum Teil im Meer, zum Teil leben sie zur Untermiete in den Wurzeln bestimmter Pflanzen. Dort nennt man sie Knöllchenbakterien. Sie versorgen die Pflanzen mit aktiviertem Stickstoff und erhalten von diesen Schutz und etwas Zucker.

Im Boden leben übrigens auch andere Bakterien, die genau das Gegenteil tun: Sie wandeln reaktiven Stickstoff wieder in Luftstickstoff. So schließt sich der Kreis.

DAS GEHEIMNIS DES KLEES

Es gibt 243 Arten Klee. Und viele Menschen glauben, dass vierblättrige Kleeblätter Glück bringen. Klee gehört zur Gruppe der sogenannten Leguminosen, in deren Wurzeln sich Knöllchenbakterien ansiedeln. Diese Bakterienart lebt in Symbiose mit der Pflanze und bindet den Stickstoff in der Bodenluft. Für die Lieferung von aktiviertem Stickstoff bekommen die Bakterien von der Pflanze Zucker und Nährstoffe. Klee enthält aufgrund dieser Kooperation besonders viel Stickstoff. Deshalb lieben ihn Kühe, die diesen Stickstoff für ihre Milch gut brauchen können. Wo Klee oder andere Leguminosen gepflanzt werden, erhöhen sie den Stickstoffgehalt des Bodens. Klee wird seit dem 17. Jahrhundert zur Gründüngung gepflanzt und erhöht die Ernten signifikant.

KARNIVOREN: WER FRISST WEN

Es gibt Pflanzen, die ihren Stickstoffbedarf auf räuberische Art und Weise decken. Sie fangen Tiere und verdauen sie. Diese Pflanzengruppe bezeichnet man als Karnivoren (Fleischfresser). Solche Pflanzen leben meist in sehr nährstoffarmen Gefilden, zum Beispiel auf Bäumen oder in Mooren.

SCHMETTERLINGE BRAUCHEN NICHT NUR ZUCKER

Schmetterlinge benötigen neben dem Energielieferanten Zucker auch Aminosäuren, als Bau- und Reparaturmaterial für ihre Muskeln und Gewebe. Einige Schmetterlingsarten lieben aus diesem Grund den Hautschweiß, da dieser neben Salzen auch Aminosäuren enthält. Auch Butter, Sahne und Schmand enthalten diese Stoffe und wirken auf viele Arten anziehend, daher der Name Butterfly („Butterfliege“) beziehungsweise Schmetterling („Schmandling“). Sogar Kot und tote Tiere finden viele Falter attraktiv, weil sie verwertbaren Stickstoff enthalten. Im Bild ein Kleiner Eisvogel, der am Bein einer überfahrenen Kröte saugt.

AUCH MENSCHEN BRAUCHEN STICKSTOFF

Wo Muskeln wachsen, braucht der Körper reaktiven Stickstoff. Neben Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen und Fetten benötigen wir Proteine, und zwar nicht zu knapp! Proteine sind Stickstoffverbindungen. Etwa 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht benötigt man täglich. Aus den Proteinen werden Körpergewebe aufgebaut, zum Beispiel Muskeln, aber auch Haut, Haare und Hirn. Bei sportlicher Anstrengung nutzt der Körper die Proteine als Brennstoff, denn sie lassen sich leichter verbrennen als Fett. Als Abfallprodukt entsteht neben Harnstoff bei manchen Menschen auch Ammoniak, der mit dem Schweiß ausgeschieden wird. Er sorgt für den stechenden Geruch in Fitness-Studios.